Selbsterkenntnis

Erkenne die Weiten deines Horizontes!

Die Kunst der Beobachtung kann eine sehr große Hilfe sein. Beobachtung bedeutet, wie es das Wort ja schon sagt, etwas (Gegenstand, Pflanze, Tier, Mensch, Sterne, Himmel) mit Achtung anschauen, ohne das Beobachtete zu benennen, ohne eine gedankliche oder laut geäußerte Bewertung hinzuzufügen.

Zum Beobachten gehört auch, dass ich bemerke, dem Beobachteten etwas hinzugefügt zu haben und meine Reaktion auf die Hinzufügung. Dann werde ich bemerken, dass ich nur dann unglücklich bin, wenn ich meinem Anstoß von außen (wozu auch Denken gehört) eine

  • eine Illusion
  • einen Anspruch
  • eine Erwartung
  • eine Sehnsucht
  • eine Vorstellung

hinzugefügt habe.

Durch die Kunst der Beobachtung lerne ich mein Denken - was das Denken von allen Menschen auf der ganzen Welt ist - kennen. Wie funktioniert es? Wann ist Denken nötig? Wann ist es unnötig und stiftet nur Verwirrung? Wir alle sind nicht zum sachgemäßen Gebrauch des Denkens angeleitet worden. Uns wurde nur gesagt: Denk nach (dann bin ich hintendran - es ist schon alles vorbei), stell dir mal vor (dann bin ich in der Zukunft und bekomme Angst). In Begleitung der vielen Denkakte am Tag sind die unzähligen angenehmen und unangenehmen Emotionen.

Da die meisten Menschen glauben, was sie denken, sind sie oft sehr unglücklich und leiden. Wir prüfen sehr selten unsere Urteile, sondern wir fällen und glauben sie, als wären es Tatsachen. Deshalb ist ein weiteres Hilfsmittel die Kunst der Überprüfung unserer Gedanken.

Woher kommt diese ganz starke Identifikation mit unserem Denken? Wie können wir die Tyrannei des Denkens beenden, um in Frieden und Liebe zu leben? Wer sind wir wirklich? Ist das ganze Leben ein Kampf, aus dem ich manchmal als Sieger, oft aber auch als Verlierer hervorgehe?

Leiden kommt vom Krieg führen, vom dauernden etwas anderes haben oder sein wollen als der momentane Augenblick uns bietet. Manchmal ist es uns zuviel, manchmal zu wenig, also nie richtig, wenn wir unseren Gedanken Glauben schenken.

Jeder Mensch hat auf dieser Erde eine einmalige Aufgabe, die es zu entdecken gilt und zu leben. Nicht nur hinschauen auf die Gesellschaft, die Eltern, die Kirche, was sie von uns wollen, sondern in erster Linie sich selbst fragen und in sich hineinhorchen, um sich die Fremdbestimmung bewusst zu machen.

 

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