Erwecke das Vertrauen ins Leben!
23.11.2011
Leichtgläubigkeit ist nicht Vertrauen, Vertrauen erwächst aus Wahrnehmung und Verstehen. Leider fühlen wir uns wohler in Leichtgläubigkeit und kompliziertem Glauben aller Art, als bei der reinen, unschuldigen Einfachheit des Vertrauens. Wir sind nicht bereit, uns die Mühe zu machen, alles, was wir so bereitwillig und leichthin glauben, zu untersuchen, zu prüfen und zu hinterfragen.
Sobald wir auf Menschen oder Lehren treffen, die unser Gefühl ansprechen, fühlen wir uns angezogen, und diese Anziehungskraft führt dann zur Leichtgläubigkeit, zum Glauben.
Aber was ist mit dieser Anziehungskraft, was ist sie und hat sie etwas mit Liebe zu tun? Die Anziehungskraft ist die Imaginationskraft, die vom Denken erzeugte Kraft der Sympathie und Antipathie. Da alles Denken aus der Erinnerung stammt – und somit immer Vergangenheit ist – kann uns nur etwas gefallen oder nicht gefallen, das unseren Erinnerungen entspricht und niemals uns zu neuem Erleben führen kann. Wo die Anziehungskraft wirkt, ist immer Leiden und Angst, also kann sie uns niemals Liebe bringen. Wir scheuen uns, diese Anziehungskraft gründlich zu untersuchen, da sie uns emotionale Befriedigung und Sicherheit verspricht und leider, da immer Angst anwesend ist, auch vergiftet. Im Ego sind Glaube und Anziehungskraft fest verankert und oft auch sehr gut verborgen.
Vertrauen entwickelt sich, wenn wir bereit sind, zu forschen, zu beobachten, zu sehen und zu verstehen, dass wir nicht den sympathischen und antipathischen Launen der Denkkraft ausgesetzt sind, die uns auf und ab schleudert, sondern mit einer universalen Intelligenz in Verbindung stehen, die dann zu wirken beginnt, wenn wir ablassen, unserem Gefallen oder Nichtgefallen Raum zu geben.
Das Leben gibt jedem, was er braucht, aber nicht, was er sich wünscht. Was wissen wir schon, was wir brauchen. Wenn wir in Demut von unseren so verständlichen Wünschen abzulassen bereit sind, kann uns alles zufallen, was wir brauchen.
